

Diakonie? We call it Service.
Dieser Satz geht mir nicht aus dem Kopf.
Denn Hotellerie und Kirche haben auf den ersten Blick nicht besonders viel miteinander zu tun.
Hier Gäste, Zimmer, Restaurants und Service. Dort Gottesdienst, Gemeinde, Seelsorge und Diakonie.
Und trotzdem geht es in beiden Welten um etwas erstaunlich Ähnliches: Wie begegnen wir Menschen?
In einem guten Hotel merkt man rasch, ob man willkommen ist. In der Kirche ist das eigentlich nicht anders.
Da kommt jemand zum ersten Mal durch unsere Tür. Vielleicht neugierig, unsicher.
Und dann entscheidet sich Gastfreundschaft nicht an der perfekten Liturgie oder am schönen Gemeindeflyer, sondern oft an ganz einfachen Dingen: Werde ich wahrgenommen?
In der Hotellerie würden wir vieles davon Service nennen.
In der Kirche haben wir dafür ein grosses altes Wort: Diakonie. Dienst am Menschen.
Natürlich ist Diakonie mehr als Service. Ein Mensch ist kein Kunde. Und Nächstenliebe ist keine Dienstleistung.
Aber genau deshalb finde ich den Vergleich spannend.
Kirche kann von guter Hotellerie lernen, Gastfreundschaft nicht nur zu predigen, sondern praktisch zu leben.
Und die Hotellerie? Vielleicht kann sie von der Diakonie lernen, dass der Mensch vor mir immer mehr ist als nur Gast, Buchungsnummer oder Umsatz.
Am Ende beginnt gute Gastfreundschaft für mich mit einem ziemlich einfachen Gedanken: Hier bin ich Mensch. Hier bin ich zuhause.
Vielleicht liegen Kirche und Hotellerie manchmal näher beieinander, als wir denken.
Was könnte Kirche von guter Hospitality lernen?